Der Lautsprecher

Fakten zum Lautsprecher:

Typ: 3 Wege Aktiv
Prinzip: Geschlossen/Bassreflex (2 Kammer System)
Leistung: Ausreichend vorhanden
Übertragungsbereich: 18 – 20.000 Hz +-2db
Übergangsfrequenzen: 300/3000 Hz Linkwitz 24 db (DSP)
Hochtöner: Fountek NeoCD2 Pro
Mitteltöner: Markaudio Alpair 10
Tieftöner: Peerless XXLS12 (Sonderanfertigung)
Verstärker: HiFiAkademie PowerAMP (1 x 400er und 2 x 250er)
Maße Lautsprecher (B x H x T): 40,5 x 75,5 x 55,5 cm
Maße LS Ständer (B x H x T): 40,5 x 50,5 x 55,5 cm
Gesamtmaß (B x H x T): 40,5 x 126 x 55,5 cm
Gewicht: >100kg
Baujahr: 2009

Die Idee zum Lautsprecher

Die Idee zu meinem eigenen Lautsprecher entstand Anfang 2009.

Ein vollaktiver State of the Art Lautsprecher, angelehnt an das 3 Wege Monitor Design der 70er und 80er Jahre, der das voll hörbare Frequenzspektrum des Menschen (20Hz – 20kHz) bis zu einem Pegel von mindesten 110db wiedergeben kann, mit weniger als 1 % Verzerrung bei 100 db und so wenig Verfärbung wie möglich und dann noch per DSP vollständig korrigier- und anpassbar ist, sodass der Lautsprecher in jeder nur erdenklichen Abhörsituation auf den Punkt spielt. Egal ob in 12qm oder 100 qm, ob 2 m oder 5 m Abhörentfernung, ob Wandnah oder frei im Raum aufgestellt.
Genau das war und ist mein Anspruch bei diesem Lautsprecher und ich habe in meinem Freundeskreis jemanden gefunden, den Jens, der sich von der Idee anstecken lies, also wurde daraus ein Gemeinschaftsprojekt unter Freunden.

Der Weg zum Lautsprecher

Um die minimale Abhörentfernung von 2 m zu realisieren muss die Chassisanzahl stark begrenzt werden, damit diese nicht vom Hörer geortet werden können.

Meine Auswahl ist das Fountek NeoCD 2 Pro für den Hochton, der Markaudio Alpair 10 Breitbänder für den Mittelton und eine Sonderanfertigung des Peerless XXLS12 für den Tiefton.
Warum dieser eigenartige Mix? Das erkläre ich Ihnen gerne. Für den Hochton gibt es für mich nichts Besseres als ein echtes Bändchen. Nach diversen Begutachtungen verschiedenster Bändchen, habe ich mich für das Fountek entschieden, da es exzellente Messwerte liefert und somit in mein Konzept passt. Nun gibt es den ersten Anhaltspunkt, was den Mitteltöner betrifft. Das Bändchen kann bis maximal 2,5 kHz nach unten betrieben werden, besser noch 3 kHz, um die Verzerrungswerte nicht in die Höhe zu treiben, daher muss der Mitteltöner am Besten bis 3 kHz spielen, ohne vorher aufzubrechen und im Klirr unterzugehen. Auch habe ich die Anforderung, dass der Mitteltöner bis mindestens 200 Hz hinunter spielen können muss, um eine gewisse Freiheit bei der finalen Abstimmung zu haben. Letztlich habe ich nur wenige Mitteltöner gesichtet, die meinen Anforderung entsprechen und es gibt einen, der all meine Erwartungen absolut zufriedenstellt. Markaudio Alpair 10 heißt dieser Mitteltöner und ist eigentlich ein Breitbänder. Meiner Meinung nach kann ein Breitbänder keinen richtig sauberen Bass und keinen vernünftigen Hochton, aber Mittelton, genau das können sie und er ist es, der mir die Flexibilität beim Abstimmen gibt, denn er spielt von rechnerisch 100 Hz bis über 3 kHz und somit kann ich auf die Suche nach dem idealen Tieftöner gehen.
Diese Suche macht keinen Spaß, denn finde im Jahre 2009 ein Tieftonchassis das 110 db bei 20 Hz sauber spielt und dabei nicht wie die üblichen Subwooferchassis einfach nur ein grober „Schlammschieber“ ist, sondern der fein akzentuiert zu brillieren weiß, aber wenn es gefordert wird auch grobdynamisch alles aus sich heraus holt und die Basswelle so mächtig und fundamental in den Raum stellt und dabei stets kontrolliert und gelassen bleibt. Die Tage und Wochen vergehen und es findet sich einfach kein passendes Exemplar. Mein Freund Jens kennt da jemanden bei Peerless und hat unsere Situation erklärt und wir stoßen auf Gehör. Sie wissen wie das ist…
Das sind auch nur Menschen und sie verstehen unser Problem und helfen uns mit 2 Chassis aus, die es so nicht zu kaufen gibt und ich kann Ihnen sagen, alleine die Simulation in unserem Computerprogramm versetzt uns in Staunen. Nun haben wir also alle 3 Chassis. Der Hochtöner hat sein eigenes Gehäuse, die Simulationssoftware lässt keine Fragen zum Mitteltöner zu und somit ist dessen Gehäuse auch fest, nur das des Tieftöners, dass bereitet mir noch ein bisschen Kopfschmerzen. Es ist mir in der Impulswiedergabe einfach zu träge, obwohl das Alu-Chassis in sich steif ist und der Antrieb deutlich größer als bei den normalen XXLS12 ist. Also experimentieren wir ein bisschen mit dem Gehäuse und machen uns unsere Gedanken, wie wir das beheben können. Ein Mix aus einem geschlossen und einem bassreflex Gehäuse, das ist doch eine Idee. So ist es nun auch! Es ist ein 2 Kammersystem. Die 1. Kammer hinter dem Tieftöner vermittelt dem Tieftöner, dass es ein fast geschlossenes Gehäuse ist und baut ein Feder/Masse Volumen auf, während die 2. Kammer den Reflexkanal beheimatet und die Tuningfrequenz von 20 Hz realisiert. Nun habe ich annähernd das Ansprechverhalten eines geschlossenen Gehäuses mit der Frequenzerweiterung zum Tiefbass eines Bassreflexgehäuses ohne viel an Kennschalldruck einzubüßen.
Die Messungen zeigen mir, dass nun die Übergangsfrequenzen bei 300 Hz 24 db/ Oktave und bei 3.000 Hz 24 db/ Oktave gewählt werden müssen, sonst erreiche ich meine Ziele nicht. Des Weiteren zeigen sie einen Timing Versatz von 1 ms von Mitteltöner zu Hochtöner und 5 ms von Tieftöner zu Hochtöner. Dies wird mittels DSP (Delay) korrigiert, in dem der Hochtöner das Musiksignal 5 ms und der Mitteltöner 4 ms später zugespielt bekommt. Jetzt liegen alle Einschwingvorgänge der Chassis exakt auf dem selben Zeitpunkt, so wie es sein soll. Selbstverständlich korrigiere ich auch die unterschiedlichen Chassisamplituden mittels DSP, sodass das Ergebnis ein absolut linearer Frequenzgang von 18 Hz bis 20 kHz +- 2 db erreicht und der maximale Schalldruck von 20 Hz bis 20 kHz bei 115 dB liegt.

Die Testgehäuse verschwinden und der Schreiner meines Vertrauens baut mir das endgültige Gehäuse samt Standfuß, der den Tieftöner auf ca. 1/3 der Raumhöhe (Raummodenanregung), den Mitteltöner auf Ohrhöhe und den Hochtöner über Ohrhöhe bringt.
Das ergibt nicht nur die tonale Richtigkeit, sondern vermittelt auch den Eindruck, dass die Musik vor mir ohne Versatz nach unten spielt.

Jens und ich erledigen die Endmontage zusammen, sodass nichts kaputt geht und da ist er nun, der Lautsprecher mit dem Namen „DEUTSCH Nr.1“.